Amaryllis (Hippeastrum): Probleme erkennen

Die meisten Probleme der Amaryllis fangen an zwei Stellen an: wie die Zwiebel gesetzt wurde und wie viel gegossen wird. Wählen Sie, wo sich das Problem zeigt, und wir kommen über einige Fragen zur wahrscheinlichen Ursache. Dieses Werkzeug stellt keine sichere Diagnose und empfiehlt weder Mittel noch Dosierungen.

1) In welchem Bereich liegt das Problem?

Alle möglichen Ursachen

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Standort-Hinweis: Diese Hinweise gelten für eine normale Wohnung; die Quellen nennen für diese Art keinen durchgehenden Temperaturbereich. Es gelten zwei goldene Regeln: Der größte Teil der Zwiebel muss über der Erde bleiben, und gegossen wird immer am Topfrand. Auf die Zwiebel und in den Hals, aus dem die Blätter kommen, darf kein Wasser gelangen.

Zu viel Wasser

Zu viel Wasser lässt die Amaryllis faulen. Die Zwiebel ist ein Speicherorgan und kann nicht in dauerhaft nasser Erde stehen. Vor allem nach dem Setzen, solange die Wurzeln noch nicht ausgebildet sind, führt zu viel Wasser direkt zur Fäule.

Was Sie tun können

  1. Hören Sie mit dem Gießen auf und warten Sie, bis die obere Hälfte der Erde abgetrocknet ist.
  2. Prüfen Sie, ob das Abzugsloch des Topfes verstopft ist. Steht der Topf in einem Übertopf, gießen Sie das angesammelte Wasser aus.
  3. Drücken Sie die Zwiebel leicht. Ist sie noch hart, erholt sich die Pflanze.
  4. Gießen Sie von nun an immer am Topfrand und nie über die Zwiebel.

Zwiebelfäule

Bei einer Zwiebel, die lange nass gestanden hat oder über die gegossen wurde, hat die Fäule begonnen. Weiches Gewebe und Geruch zeigen, dass sie ins Innere der Zwiebel vorgedrungen ist. Das ist das schwerwiegendste Problem der Amaryllis.

Was Sie tun können

  1. Nehmen Sie die Zwiebel aus der Erde und sehen Sie sie sich genau an.
  2. Sind die faulen Stellen begrenzt, schneiden Sie sie mit einem sauberen, scharfen Messer bis ins gesunde Gewebe zurück, lassen Sie die Schnittfläche einige Tage an der Luft abtrocknen und setzen Sie die Zwiebel danach in frische, gut durchlässige Erde.
  3. Ist der größte Teil der Zwiebel weich und riecht schlecht, ist die Pflanze nicht mehr zu retten. Werfen Sie auch die Erde weg und verwenden Sie dieselbe Erde nicht wieder.
  4. Achten Sie beim Neusetzen darauf, dass der größte Teil der Zwiebel über der Erde bleibt; die RHS will zwei Drittel über der Oberfläche, die NC State Extension sagt, nur die Hälfte werde eingegraben.

Die Zwiebel ist zu tief gesetzt

Der größte Teil der Amaryllis-Zwiebel muss über der Erde bleiben; die RHS will zwei Drittel über der Oberfläche, die NC State Extension sagt, nur die Hälfte der Zwiebel werde eingegraben. Bei einer vollständig eingegrabenen Zwiebel sammelt sich Wasser auf der Oberseite und im Hals, aus dem die Blätter kommen; das bereitet sowohl der Fäule als auch dem Roten Brenner den Boden. Das ist ein für diese Pflanze typischer und sehr häufiger Fehler beim Setzen.

Was Sie tun können

  1. Nehmen Sie die Zwiebel vorsichtig heraus und versuchen Sie dabei, die Wurzeln nicht zu beschädigen.
  2. Setzen Sie sie so, dass der größte Teil über der Erde bleibt: Die RHS will zwei Drittel über der Oberfläche, die NC State Extension sagt, nur die Hälfte werde eingegraben.
  3. Ist der Topf zu weit, nehmen Sie einen engeren. Rund um die Zwiebel genügen 2 bis 3 Zentimeter Platz in jede Richtung.
  4. Ist die Oberseite der Zwiebel nass oder weich geworden, lassen Sie sie einige Tage auslüften und setzen Sie sie erst dann.

Roter Brenner

Zeigen sich an der Zwiebel, am Ansatz der Blätter und am Blütenschaft rote Striche oder Flecken, ist das sehr wahrscheinlich der Rote Brenner (Stagonospora curtisii). Es ist ein Pilzproblem, das für die Amaryllis typisch ist. Zu viel Feuchtigkeit, Wasser, das sich auf der Zwiebel sammelt, und zu wenig Luftbewegung lösen ihn aus.

Was Sie tun können

  1. Nehmen Sie die betroffenen Blätter an der Basis ab und werfen Sie sie weg, nicht auf den Kompost.
  2. Halten Sie die Oberseite der Zwiebel und ihren Hals trocken. Gießen Sie immer am Topfrand.
  3. Stellen Sie die Pflanze an einen luftigeren Platz und sprühen Sie die Blätter nicht an.
  4. Haben sich die Flecken über den größten Teil der Zwiebel ausgebreitet und wird die Zwiebel weich, sind die Chancen gering, die Pflanze zu retten.
  5. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall fragen Sie in einer Gärtnerei nach.

Wassermangel

Die Erde ist ausgetrocknet, und die Pflanze kommt an kein Wasser. Die Amaryllis hält Trockenheit eine Weile aus, bleibt sie aber im aktiven Wachstum und während der Blüte ohne Wasser, vertrocknen die Knospen, ohne sich zu öffnen, und die Blätter hängen.

Was Sie tun können

  1. Gießen Sie am Topfrand und verteilen Sie das Wasser über die Erde.
  2. Warten Sie, bis das überschüssige Wasser aus dem Abzugsloch gelaufen ist, und gießen Sie das Wasser im Untersetzer aus.
  3. Gießen Sie im aktiven Wachstum, sobald die obersten Zentimeter der Erde abgetrocknet sind.
  4. Richten Sie sich dabei nicht nach dem Kalender, sondern nach dem Zustand der Erde.

Zu wenig Licht

An einem dunklen Platz wird der Blütenschaft der Amaryllis dünn, zieht sich weiter in die Länge als nötig und kippt unter dem eigenen Gewicht um, sobald sie blüht. Auch die Blätter werden blass und legen sich. Die RHS nennt einen zu schattigen Platz ausdrücklich unter den Gründen dafür, dass eine Amaryllis nicht blüht.

Was Sie tun können

  1. Stellen Sie die Pflanze an ein helles Fenster. Direkte Mittagssonne braucht sie nicht, helles indirektes Licht genügt.
  2. Drehen Sie den Topf alle paar Tage um eine Vierteldrehung, damit sich der Schaft nicht zu einer Seite neigt.
  3. Behalten Sie den hellen Platz auch in der Blattphase nach der Blüte bei.

Sonnenbrand

Direkte, brennende Sonne, vor allem in den Mittagsstunden des Sommers, hinterlässt auf der Blattfläche helle oder braune trockene Flecken. Diese Flecken kommen nicht zurück.

Was Sie tun können

  1. Stellen Sie die Pflanze an einen hellen Platz, auf den keine direkte Sonne fällt.
  2. Morgensonne ist in der Regel kein Problem; schützen Sie die Pflanze vor der Mittags- und Nachmittagssonne.
  3. Verbrannte Blätter erholen sich nicht, schaden der Pflanze aber nicht; Sie können sie an der Basis abnehmen.

Kälteschaden

Die Amaryllis ist nicht kältefest. Die NC State Extension nennt eine einzige Untergrenze und schreibt sie als Schadensschwelle: Unter 1,7 °C (in der Quelle 35 °F) nimmt die Pflanze Schaden. Außerdem kann der Kontakt mit einer kalten Scheibe auf den Blättern Flecken hinterlassen, die wie wassergetränkt aussehen, und das Aufgehen der Knospen stoppen.

Was Sie tun können

  1. Rücken Sie die Pflanze von der kalten Fensterbank und aus der Zugluft weg.
  2. Achten Sie im Winter darauf, dass die Blätter die kalte Scheibe nicht berühren.
  3. Achten Sie darauf, dass das Gießwasser Zimmertemperatur hat.
  4. Geschädigte Blätter erholen sich nicht; warten Sie den neuen Austrieb ab.

Der Standort ist zu warm

Warme und trockene Luft, besonders in der Nähe der Heizung, lässt die Blüten schnell welken und die Knospen vertrocknen, ohne dass sie sich öffnen. Das ist keine Krankheit, sondern ein Standortproblem.

Was Sie tun können

  1. Rücken Sie die Pflanze weg von der Stelle direkt über der Heizung und aus dem warmen Luftstrom heraus.
  2. Ein kühler Raum verlängert die Blütezeit deutlich.
  3. Denken Sie daran, dass die Erde schneller abtrocknet, und prüfen Sie die Feuchtigkeit häufiger.

Dünger und Salzablagerung

Zu viel Dünger oder Salze, die sich mit der Zeit in der Erde ansammeln, lassen die Blattspitzen braun werden und vertrocknen. Am Topfrand und auf der Erdoberfläche kann eine weißliche Kruste sichtbar werden.

Was Sie tun können

  1. Setzen Sie das Düngen eine Zeit lang aus.
  2. Spülen Sie den Topf dort, wo das Wasser frei ablaufen kann, mit reichlich Wasser durch und warten Sie, bis das überschüssige Wasser vollständig abgelaufen ist.
  3. Kratzen Sie die weiße Kruste von der Erdoberfläche ab und geben Sie frische Erde darüber.
  4. Düngen Sie nur in der aktiven Wachstumszeit und mit der Hälfte der empfohlenen Menge.

Schädlinge

Weiße watteartige Nester im Hals, aus dem die Blätter kommen, weisen auf Wollläuse hin, feine Gespinste und Sprenkel auf der Blattunterseite auf Spinnmilben. Die Amaryllis hat in der Regel wenig Probleme mit Schädlingen, aber der Hals der Zwiebel ist ein gutes Versteck.

Was Sie tun können

  1. Stellen Sie die Pflanze von den anderen Pflanzen getrennt.
  2. Wischen Sie die Blätter und den Hals der Zwiebel mit einem feuchten Tuch ab. Das Tuch muss oft ausgewaschen werden.
  3. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten und den Ansatz, an dem die Blätter zusammenlaufen, regelmäßig.
  4. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall fragen Sie in einer Gärtnerei nach.

Es wurde keine Ruhephase gegeben

Die NC State Extension schreibt, dass die Zwiebel nach der Blüte eine Ruhephase braucht, um sich zu erholen und zu erneuern, und gibt dazu Zahlen an: 8 bis 10 Wochen, 10 bis 13 °C und einen halbdunklen Platz. Haben Sie diese Phase nicht eingelegt, beschreiben die folgenden Schritte genau dieses Vorgehen. Was passiert, wenn die Ruhephase ausfällt, schreibt keine der Quellen, und deshalb stellt diese Seite einen solchen Zusammenhang auch nicht her. Gründe für das Ausbleiben der Blüte nennt nur die RHS, und sie nennt drei: dass die Zwiebel zu früh trocken gestellt wurde, ein zu schattiger Platz und zu wenig Wasser im Sommer davor.

Was Sie tun können

  1. Die RHS beginnt die Ruhephase Ende September und schreibt, an diesem Punkt den Dünger einzustellen und weniger zu gießen.
  2. Sind die Blätter vergilbt und vertrocknet, nehmen Sie sie an der Basis ab.
  3. Stellen Sie die Zwiebel mit ihrem Topf an einen kühlen Platz. Beim Licht gehen die beiden Quellen auseinander, und diese Seite gibt beide unverändert wieder: Die NC State Extension nennt halbdunkel (10 bis 13 °C, in der Quelle 50 bis 55 °F), die RHS dagegen einen hellen Platz (etwa 13 °C).
  4. Warten Sie 8 bis 10 Wochen (das ist der Zeitraum, den die NC State Extension nennt), stellen Sie die Zwiebel danach ins Helle, erneuern Sie die obere Erdschicht und beginnen Sie maßvoll zu gießen.
  5. Meist zeigt sich innerhalb von 6 bis 8 Wochen ein neuer Blütenschaft. Danach können Sie den Blütezeitpunkt planen.

Die Blätter wurden zu früh abgeschnitten

Beide Gartenbau-Quellen geben dieselbe Anweisung: Die Blütenschäfte werden abgeschnitten, die Blätter nicht. Die NC State Extension schreibt, die Blätter von selbst vergilben und vertrocknen zu lassen und sie erst abzunehmen, wenn sie braun geworden sind; die RHS sagt ebenfalls, die Blütenschäfte an der Basis abzuschneiden und die Blätter weiterwachsen zu lassen. Eine Begründung für diese Anweisung gibt keine der beiden Quellen, und deshalb gibt diese Seite auch keine.

Was Sie tun können

  1. Für diese Saison ist nichts zu tun; gehen Sie nach den folgenden Punkten vor.
  2. Schneiden Sie die Blätter, die dieses Jahr kommen, nicht ab, sondern lassen Sie sie stehen, bis sie von selbst vergilben und vertrocknen.
  3. Halten Sie die Pflanze in der Blattphase hell, gießen Sie regelmäßig und düngen Sie maßvoll.
  4. Legen Sie im Herbst die Ruhephase ein; die NC State Extension nennt dafür 8 bis 10 Wochen, 10 bis 13 °C und halbdunkel.

Das ist normal: Vergilben der Blätter nach der Blüte

Dass die Blätter nach der Blüte und auf dem Weg in die Ruhephase vergilben und vertrocknen, gehört zum natürlichen Zyklus der Pflanze. Es ist weder eine Krankheit noch ein Pflegefehler; auch die NC State Extension schreibt, die Blätter von selbst vergilben und vertrocknen zu lassen und sie erst abzunehmen, wenn sie braun geworden sind.

Was Sie tun können

  1. Schneiden Sie die Blätter nicht ab, sondern lassen Sie sie stehen, bis sie von selbst vergilben und vertrocknen.
  2. Nehmen Sie vollständig vertrocknete Blätter vorsichtig an der Basis ab.
  3. Ab diesem Punkt können Sie die Ruhephase beginnen.
  4. Vergilben die Blätter während der Blüte und ist die Erde dabei nass, ist das nicht natürlich; sehen Sie dann im Abschnitt zu viel Wasser nach.

Das ist normal: die Ruhephase

In der Ruhephase wächst die Amaryllis nicht, und das ist zu erwarten. Die NC State Extension beschreibt diese Phase als die Zeit, in der sich die Zwiebel erholt und erneuert.

Was Sie tun können

  1. Gießen Sie nicht und düngen Sie nicht.
  2. Behalten Sie den kühlen und halbdunklen Platz bei.
  3. Stellen Sie die Zwiebel nach 8 bis 10 Wochen ins Helle und beginnen Sie maßvoll zu gießen.
  4. Kontrollieren Sie die Zwiebel in dieser Zeit hin und wieder; wird sie weich, kann die Fäule begonnen haben.

Der Stiel neigt sich unter dem Gewicht

Die Blüten der Amaryllis sind groß und schwer. Selbst bei ausreichend Licht kann sich der Schaft unter dem eigenen Gewicht neigen, vor allem wenn an einem Stiel mehrere Blüten aufgehen. Das ist kein Problem.

Was Sie tun können

  1. Stützen Sie den Schaft mit einem dünnen Stab und binden Sie ihn mit einem weichen Band locker an.
  2. Drehen Sie den Topf alle paar Tage um eine Vierteldrehung.
  3. Ein schwererer Topf verhindert das Umkippen.

Die Zwiebel ist noch nicht kräftig genug

Eine junge oder kleine Zwiebel blüht in ihren ersten Saisons unter Umständen nicht. Die Quellen nennen keinen Zusammenhang zwischen der Größe der Zwiebel und der Zahl der Blüten, und deshalb nennt diese Seite auch keinen.

Was Sie tun können

  1. Sorgen Sie dafür, dass die Blattphase lang und hell ausfällt.
  2. Düngen Sie in der aktiven Phase maßvoll.
  3. Legen Sie im Herbst die Ruhephase ein.
  4. Die Zwiebel wird von Jahr zu Jahr etwas kräftiger; haben Sie Geduld.

Reaktion auf einen Standortwechsel

Eine frisch gekaufte oder umgestellte Amaryllis kann als Reaktion auf den Wechsel von Licht und Temperatur ihre Knospen abwerfen. Das ist eine vorübergehende Reaktion auf die Umstellung.

Was Sie tun können

  1. Stellen Sie die Pflanze nicht ständig um, sondern lassen Sie sie an einem festen Platz stehen.
  2. Behalten Sie den Rhythmus beim Gießen und beim Licht bei.
  3. Rechnen Sie damit, dass sie sich innerhalb einiger Wochen erholt.

Das ist normal: Es treibt noch nichts

Nach dem Setzen kann es einige Wochen dauern, bis sich ein Trieb zeigt. In dieser Zeit bildet die Zwiebel zuerst Wurzeln. Dass sichtbar nichts passiert, ist kein Problem.

Was Sie tun können

  1. Haben Sie Geduld und gießen Sie in dieser Zeit sehr wenig.
  2. Stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Platz.
  3. Nehmen Sie die Zwiebel nicht aus Neugier zur Kontrolle heraus; die Wurzeln, die gerade entstehen, nehmen dabei Schaden.
  4. Tut sich länger als sechs Wochen gar nichts und ist die Zwiebel weich geworden, prüfen Sie, ob eine Fäule begonnen hat.

Bei starkem oder wiederkehrendem Befall wenden Sie sich an eine Gärtnerei oder einen Fachbetrieb.

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Quellen