Keine Zimmerpflanzen: sieben beliebte Arten, und bei jeder ein anderer Grund

Aktualisiert: 18. August 2026

Diese sieben Arten bekommen Sie überall: im Gartencenter, im Baumarkt, im Supermarkt und beim Floristen, oft als Saisonware zu Ostern, zum Muttertag oder zu Weihnachten. Auf dieser Website stehen sie trotzdem nicht unter den Zimmerpflanzen.

Einen gemeinsamen Grund dafür gibt es nicht, und diese Seite erfindet auch keinen. Bei zwei Arten sagen die Quellen es selbst: bei der Lilie und beim Olivenbaum. Bei vier Arten beschreiben die Quellen dagegen selbst eine Kultur im Haus, und erst der Schluss daraus führt zum Ausschluss: bei Gerbera, Geranie, Alpenveilchen und Zimmerazalee ist die Einordnung deshalb ausdrücklich eine eigene Einschätzung dieser Website. Bleibt die Hyazinthe, und dort liegt es an der Zwiebel. Welcher Grund für welche Art gilt, steht auf der jeweiligen Seite, und unten steht er in einem Satz.

Wenn eine Katze im Haushalt lebt, kommt die Lilie zuerst

Bei sechs der sieben Arten geht es um den richtigen Platz. Bei der Lilie geht es um etwas anderes, und die FDA wird dabei ungewöhnlich deutlich.

Die ganze Pflanze ist nach ihren Angaben giftig: Stängel, Blätter, Blüten, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Schon eine kleine Menge eines Blatts oder Blütenblatts, das Ablecken einiger Pollenkörner aus dem Fell bei der Fellpflege oder das Trinken des Vasenwassers könne bei einer Katze in weniger als drei Tagen zu tödlichem Nierenversagen führen.

Den Verlauf beschreibt die FDA in Stunden:

  • Frühe Anzeichen sind verringerte Aktivität, Speicheln, Erbrechen und Appetitverlust; sie beginnen 0 bis 12 Stunden nach der Aufnahme.
  • Anzeichen einer Nierenschädigung beginnen etwa 12 bis 24 Stunden danach, dazu gehören vermehrtes Harnabsetzen und Austrocknung.
  • Nierenversagen tritt innerhalb von 24 bis 72 Stunden ein und führt zum Tod, wenn die Katze nicht behandelt wird.

🔴 Der entscheidende Satz ist der über die Verzögerung: Eine frühe tierärztliche Behandlung verbessere die Prognose deutlich, aber wenn die Behandlung um 18 Stunden oder mehr nach der Aufnahme verzögert wird, habe die Katze in der Regel ein irreversibles Nierenversagen. Warten Sie deshalb nicht auf Anzeichen.

Die FDA zieht daraus selbst einen Schluss, und diese Seite gibt ihn unverändert wieder: Weil diese Lilien so gefährlich für Katzen sind und bei Aufnahme ein hohes Sterberisiko besteht, ist es am besten, diese Pflanzen nicht ins Haus zu holen, wenn eine Katze darin lebt. Für den Garten nennt sie dieselbe Empfehlung, wenn die eigene Katze nach draußen geht oder Nachbarskatzen unterwegs sind.

Der ASPCA-Pflanzeneintrag zu Lilium species nennt als klinisches Zeichen ein einziges: Nierenversagen bei Katzen. Als toxisches Prinzip steht dort “Unknown”, der Stoff ist also nicht benannt. Die FDA schreibt dasselbe in eigenen Worten: Das Gift, das nur Katzen betrifft, ist nicht identifiziert.

Zu Hunden sagen die beiden Quellen nicht dasselbe, und diese Seite gleicht das nicht an. Der ASPCA-Eintrag führt Hunde und Pferde ausdrücklich als “Non-Toxic”. Die FDA schreibt: Hunde, die Lilien fressen, können eine leichte Magenverstimmung bekommen, entwickeln aber kein Nierenversagen. Warum die Angaben voneinander abweichen, steht in keiner der beiden Quellen, und diese Seite stellt dazu keine Vermutung an.

Die FDA nennt Notrufnummern, und die gelten für die USA. In Deutschland ist bei einem Tier die Tierarztpraxis die richtige Adresse und bei einem Menschen das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum. Der Rat der FDA, die Pflanze oder ein Foto davon mitzubringen, ist davon unabhängig und bleibt nützlich.

Nicht jede „Lilie“ ist eine Lilie

Die FDA trennt die echten Lilien und Taglilien von Pflanzen, die das Wort Lilie nur im Namen tragen, und sie behandelt beide Gruppen getrennt. Zu den hochgiftigen echten Lilien zählt sie unter anderem Asiatische Lilie, Taglilie (Hemerocallis), Osterlilie, Orientalische Lilie, Stargazer-Lilie und Tigerlilie.

Von den Namensverwandten nennt sie Maiglöckchen und Ruhmeskrone (Gloriosa) als sehr gefährlich für Katzen und Hunde, das Maiglöckchen wegen Giftstoffen, die den Herzschlag stören. Calla und Einblatt führt sie dagegen in einem eigenen Abschnitt mit der Überschrift weniger schädlich; dort geht es um unlösliche Kalziumoxalat-Kristalle, die Mund, Zunge, Rachen und Speiseröhre reizen.

🔴 Diese Überschrift ist keine Unbedenklichkeitserklärung. Der ASPCA-Pflanzeneintrag zum Einblatt (Spathiphyllum) führt es weiterhin als giftig für Hunde und Katzen. Ein Einblatt ist also nicht dieselbe Frage wie eine Lilie in der Vase, aber es ist auch keine Pflanze, an der ein Tier fressen sollte.

Die sieben Arten, jede mit ihrem eigenen Grund

Gerbera

Die ASPCA führt sie unter dem Namen Gerber Daisy als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. Die RHS nennt Gerbera ausdrücklich Zimmerpflanzen und dazu 10 bis 20 °C, um die Blüte zu fördern; die meisten hören über 20 °C auf zu blühen. Dass ein geheiztes Wohnzimmer darüber liegt, ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

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Hyazinthe

Die ASPCA führt sie als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Sie wächst aus einer Zwiebel, die ruhend verkauft wird, und die RHS hält allgemein fest, dass Leistung und Blütenqualität von Zwiebeln in den Jahren nach dem Pflanzen üblicherweise nachlassen.

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Alpenveilchen

Die ASPCA führt es als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Gardeners World nennt einen kühlen Raum mit 10 bis 15 °C und beschreibt, was im warmen Zimmer passiert: gelbe Blätter, schnell verblassende Blüten, frühe Ruhephase. Dass ein geheiztes Wohnzimmer darüber liegt, ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

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Zimmerazalee

Die ASPCA führt Azaleen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Die RHS nennt für blühende Pflanzen einen kühlen, feuchten und zugleich hellen Platz und hält sorgfältiges Gießen mit Regenwasser den ganzen Sommer über für unverzichtbar. Dass eine deutsche Wohnung in der Heizperiode das selten zusammenbringt, ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

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Geranie (Pelargonie)

Die ASPCA führt sie als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Die RHS beschreibt einen Platz für Pelargonien im Haus und führt das Überwintern drinnen unter den Anforderungen der Pflanze auf. Dass eine normale Wohnung den Lichtanspruch über das Jahr selten erfüllt, ist eine eigene Einschätzung dieser Website; sie steht hier deshalb als Sommerpflanze mit Winterquartier.

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Lilie

Der ASPCA-Pflanzeneintrag führt sie als giftig für Katzen und nennt als klinisches Zeichen Nierenversagen; Hunde und Pferde führt derselbe Eintrag als Non-Toxic. Die RHS schreibt außerdem, Innenräume seien über den Winter nicht geeignet.

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Olivenbaum

Bei der ASPCA gibt es zu Olea europaea keinen Eintrag, und auch der RHS-Eintrag enthält keinen Text zur Giftigkeit; deshalb steht im Steckbrief Nicht bekannt. Gardeners World schreibt, Olivenbäume gedeihen draußen am besten und die meisten gedeihen nicht, wenn sie drinnen gezogen werden.

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Dazu kommen Schnittblumen, die aus einem anderen Grund hierhergehören: Sie sind von der Wurzel getrennt und wachsen nicht mehr. Was das für die Haltbarkeit in der Vase heißt, steht auf der Seite Schnittblumen. Zimmerpflanzen, die den Sommer draußen verbringen können, behandelt die Seite Balkonpflanzen.

Was diese Seite nicht sagt

Sie stellt keine Rangfolge auf. Die hier ausgewerteten Quellen vergleichen diese sieben Arten nicht miteinander, und eine Reihenfolge von unproblematisch nach gefährlich wäre deshalb eine Behauptung ohne Beleg.

Sie fasst die sieben Gründe nicht zu einer Regel zusammen. Bei vier der sieben Arten beschreibt die Pflegequelle selbst eine Kultur im Haus: Die RHS nennt Gerbera ausdrücklich Zimmerpflanzen und beschreibt für Pelargonien einen Platz im Haus, und die beiden Leitfäden zu Alpenveilchen und Zimmerazalee behandeln ausdrücklich die Kultur im Zimmer. Dass eine normale deutsche Wohnung diese Ansprüche über das Jahr selten erfüllt, steht in keiner Quelle und ist eine eigene Einschätzung dieser Website.

Sie nennt keine Mengen und keine Gegenmittel. Die Frage, wie viel für welches Tier wie viel bedeutet, gehört in die Tierarztpraxis.

Suchen Sie stattdessen eine Pflanze, die das ganze Jahr in der Wohnung bleibt? Die Übersicht der Arten steht auf der Seite Pflanzen; wenn Tiere im Haushalt leben, hilft der Pflanzenfinder bei der Auswahl. Welche Arten als giftig geführt werden, steht vollständig auf der Seite Giftige Zimmerpflanzen für Katzen.

Häufige Fragen

Warum stehen diese Pflanzen nicht unter den Zimmerpflanzen?

Weil sie hier keinen dauerhaften Platz in der Wohnung bekommen, aber der Grund ist bei jeder Art ein anderer, und diese Seite fasst ihn nicht zu einer Regel zusammen. Bei zwei Arten sagen es die Quellen selbst: Die RHS schreibt, Lilien brauchen in der Regel kühle Winterbedingungen und Innenräume seien über den Winter deshalb nicht geeignet, und Gardeners World schreibt, Olivenbäume gedeihen draußen am besten und die meisten gedeihen drinnen nicht. Bei vier Arten ist es umgekehrt, nämlich bei Gerbera, Geranie, Alpenveilchen und Zimmerazalee: Dort beschreiben die Quellen selbst eine Kultur im Haus, und erst der Schluss, dass eine normale deutsche Wohnung das über das Jahr nicht leistet, führt zum Ausschluss. Dieser Schluss steht in keiner Quelle und ist eine eigene Einschätzung dieser Website. Bleibt die Hyazinthe, und dort liegt es an der Zwiebel. Welcher Grund für welche Art gilt, steht auf der jeweiligen Seite.

Sind Lilien wirklich so gefährlich für Katzen?

Nach Angaben der FDA ja, und sie wird dabei sehr deutlich. Die ganze Pflanze sei giftig: Stängel, Blätter, Blüten, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Schon eine kleine Menge eines Blatts oder Blütenblatts, das Ablecken einiger Pollenkörner aus dem Fell bei der Fellpflege oder das Trinken des Vasenwassers könne bei einer Katze in weniger als drei Tagen zu tödlichem Nierenversagen führen. Zum Zeitfenster schreibt die FDA: Werde die Behandlung um 18 Stunden oder mehr nach der Aufnahme verzögert, habe die Katze in der Regel ein irreversibles Nierenversagen. Und sie zieht daraus selbst den Schluss, diese Pflanzen besser nicht ins Haus zu holen, wenn eine Katze darin lebt. Bei Verdacht rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis an.

Welche dieser sieben Arten sind für Haustiere giftig?

Gemessen am Eintrag der ASPCA fünf von sieben, und die Reichweite ist nicht bei allen gleich. Hyazinthe, Alpenveilchen, Zimmerazalee und Geranie führt die ASPCA jeweils als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Bei der Lilie steht es anders: Der Pflanzeneintrag führt sie als giftig für Katzen und nennt als klinisches Zeichen Nierenversagen bei Katzen; Hunde und Pferde führt derselbe Eintrag ausdrücklich als Non-Toxic. Die Gerbera steht dort unter dem Namen Gerber Daisy und ist als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde eingestuft. Zum Olivenbaum gibt es in dieser Datenbank keinen Eintrag; deshalb steht in seinem Steckbrief Nicht bekannt, und das ist keine Entwarnung.

Muss ich diese Pflanzen wegwerfen?

Nein, und diese Seite gibt dazu auch keine pauschale Empfehlung. Jede der sieben Seiten beschreibt, welchen Platz die Quellen für diese Art nennen, und das ist bei den meisten ein Platz draußen, ein kühler Raum oder ein Winterquartier. Eine Ausnahme betrifft nicht den Standort, sondern den Haushalt: Bei Lilien und Katzen zieht die FDA selbst den Schluss, diese Pflanzen besser nicht ins Haus zu holen. Wenn ein Tier an einer Pflanze gefressen hat, wenden Sie sich an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt; geht es um einen Menschen, ist das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum die richtige Adresse.

Quellen