Koniferen schneiden: wann, wie weit und warum das alte Holz die Grenze ist

Schema: Querschnitt einer Koniferenhecke, unten breiter als oben, außen grünes Laub und innen braunes, kahles Holz; das Licht erreicht alle Teile der Hecke. Links wird nur im Grünen geschnitten, und eine grüne Oberfläche bleibt; rechts reicht der Schnitt ins braune Holz, und dort bleibt eine kahle Stelle.
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Von Foliasana · Aktualisiert: 15. September 2026

Die meisten Koniferen treiben nicht wieder aus, wenn Sie in braunes, totes Holz schneiden. So steht es im Anbauleitfaden der Royal Horticultural Society (RHS) für Koniferen, und davon hängt ab, wie weit Sie gehen können. Als bekannte Ausnahmen nennt derselbe Leitfaden die Eibe und, weniger verlässlich, die Thuja. Einzeln stehende Koniferen brauchen nach ihm sehr wenig Schnitt; Koniferenhecken dagegen, besonders schnellwüchsige Sorten, müssen regelmäßig gepflegt werden und vertragen keinen Schnitt ins alte Holz.

Beim Termin sind sich die Quellen dieser Seite nicht einig. Der Anbauleitfaden der RHS setzt ein Fenster von April bis Ende August an; für Thujahecken nennt die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie den Juni und Juli, und der NABU Baden-Württemberg empfiehlt für Hecken allgemein die laubfreie Zeit. Dazu kommt das Bundesnaturschutzgesetz, das die beiden NABU-Verbände unterschiedlich wiedergeben.

Altes Holz: wo die Grenze liegt

Nach der RHS-Seite zu braunen Stellen an Koniferen können Koniferen mit Ausnahme der Eibe (Taxus baccata) kaum oder gar nicht aus altem Holz neu austreiben, und ein zu eifriger Heckenschnitt kann kahle Stellen hinterlassen. Die Heckenanleitung der RHS schreibt es für die meisten Koniferen, ebenfalls mit der Eibe als Ausnahme: Aus altem Holz treiben sie nicht wieder aus, und deshalb müssen sie regelmäßig geschnitten werden, damit sie dicht wachsen und die gewünschte Größe behalten. Die Eibe nennen alle drei bisher genannten RHS-Texte als Ausnahme; wie weit Sie bei ihr gehen dürfen, steht auf der Seite Eibe schneiden.

Bei der Thuja fallen die Antworten auseinander. Der Anbauleitfaden der RHS rechnet sie zu den Ausnahmen, wenn auch zu den weniger verlässlichen. Die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie hält die Thuja grundsätzlich für sehr schnittverträglich, schreibt aber, dass Sie bei ihr nicht in altes Holz schneiden dürfen: Dort bilden sich, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich neue Triebe. Im Gartencast derselben Einrichtung über Alternativen zur Thujahecke heißen Thujen und Scheinzypressen gut schnittverträglich. Ist eine Schnitthecke vergreist oder hat sie ihre Form verloren, lassen sich nach dem Gartencast Hainbuche, Liguster und Eibe auf einen etwa zehn Zentimeter hohen Stock setzen, der erneut austreibt und aus dem wieder eine Hecke heranwächst; Thuja und Scheinzypresse stellt er ihnen dabei ausdrücklich gegenüber.

Der Leitfaden der RHS zur Leylandzypresse (× Cuprocyparis leylandii) sagt es für die Breite: Aus kahlem Holz kommt kein Neuaustrieb, deshalb schneiden Sie nicht in ältere Zweige ohne Laub.

Die Größe einer Konifere lässt sich nach dem Anbauleitfaden durch Schneiden bis zu einem gewissen Grad steuern. Trimmen Sie das Grün so, wie Sie eine Hecke schneiden würden, sodass eine grüne, belaubte Oberfläche bleibt, und achten Sie darauf, nicht ins alte braune Holz zu geraten.

Wann geschnitten wird

Wenn ein Schnitt nötig ist, schneiden Sie Koniferen nach dem Anbauleitfaden der RHS am besten zwischen April und Ende August; zu anderen Zeiten färbt sich das Laub eher braun. Der Leitfaden zur Leylandzypresse nennt für sie dasselbe Fenster, mit bis zu drei Schnitten in der Wachstumszeit.

Die RHS-Seite zu braunen Stellen wird genauer. Auch bei einem leichten Schnitt zählt nach ihr der Zeitpunkt: Eine Untersuchung, die die RHS dort beschreibt, fand, dass Triebsterben nach einem Herbstschnitt, vor allem im Oktober, etwas häufiger aufzutreten schien, und auch ein Sommerschnitt in Stressphasen, bei anhaltender Trockenheit oder in heißen, trockenen Perioden, kann eine Rolle spielen. Die RHS-Seite rät, nicht bei heißem oder trockenem Wetter und nicht im Herbst zu schneiden und nie ins alte Holz; zwei oder drei Schnitte im April, im Juni und Anfang August sind nach ihr in der Regel relativ sicher.

Die Heckenanleitung der RHS warnt, dass ein Schnitt an Koniferenhecken nach August kahle Stellen begünstigen kann, und rät, früher in der Saison zu schneiden.

Die Thuja: drei Texte, drei Termine

Die Heckenanleitung der RHS führt den Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata) mit einem Schnitt im Frühjahr und einem zweiten im frühen Herbst; ihre Warnung vor einem Schnitt nach August steht im selben Text. Einen Schnitt braucht die Art nach dem Pflanzenporträt der RHS nicht; als Hecke wird sie nach ihm im Frühjahr und im Spätsommer getrimmt. Die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie hält Juni und Juli für die beste Schnittzeit, weil die Schnittstellen in der zweiten Wachstumsphase, die im August beginnt, sehr gut zuwachsen und die Hecke ihr gleichmäßiges Aussehen behält.

Die RHS-Angaben gelten Thuja plicata. Die Infoschrift spricht von der Thuja allgemein und nennt etwa den Gemeinen Lebensbaum (Thuja occidentalis) und die Sorte ‘Brabant’. Sie gibt noch einen Tipp: An sonnigen Tagen schneiden Sie die Thuja nicht, damit die Triebteile, die bisher verdeckt waren, keine Verbrennungen bekommen.

Die Hecke: jedes Jahr, unten breiter als oben

Gerade bei Hecken ist es nach der Thuja-Infoschrift unerlässlich, regelmäßig zu schneiden, damit die Pflanzen gut und gesund aufgebaut bleiben. Eine Thujahecke sollten Sie nach ihr vom ersten Jahr an jährlich schneiden; sonst verkahlt sie und altert vor der Zeit. Auch Koniferenhecken wie Leylandzypresse, Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) und Monterey-Zypresse (Cupressus macrocarpa) brauchen nach dem Anbauleitfaden der RHS regelmäßigen Schnitt, damit sie gepflegt aussehen.

Wie oft, beziffert die Heckenanleitung der RHS für zwei dieser Arten: Lawsons Scheinzypresse zweimal, im Frühjahr und im Sommer, die Leylandzypresse zwei- oder dreimal in der Wachstumszeit. Der Leitfaden zur Leylandzypresse lässt oben und seitlich bis zu dreimal zwischen April und Ende August schneiden; seine Methode eignet sich nach ihm für alle Sorten der Leylandzypresse, für Lawsons Scheinzypresse und für die Monterey-Zypresse.

Bei der Form sind sich die Infoschrift und der Leitfaden zur Leylandzypresse einig. Nach der Infoschrift bleibt die Hecke oben schmaler als unten, der Querschnitt wird ein Trapez. Der Leitfaden beschreibt einen umgekehrten Keil, ein A mit flacher Oberseite: Bleibt die Basis breit, erreicht das Licht alle Teile der Hecke gleichmäßig, und unten wird sie nicht braun und kahl.

Die junge Hecke

Bei jungen immergrünen Hecken bleibt nach der Heckenanleitung der RHS der Leittrieb ungeschnitten. In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung kürzen Sie ausufernde Seitentriebe, damit die Hecke buschig wird: bei Koniferen im Sommer, bei anderen immergrünen Heckenpflanzen im Frühjahr.

Der Leitfaden zur Leylandzypresse geht Jahr für Jahr vor. Im ersten Jahr kürzen Sie zu Beginn der Wachstumszeit, im April, die zu langen Seitentriebe, schneiden die Seiten im Juli leicht und binden den Leittrieb, während er wächst, an einen Stab; das fördert einen dichten Wuchs. Im zweiten Jahr kürzen Sie die Seitentriebe erneut, damit die Hecke noch dichter wird und über den Winter ordentlich aussieht. In den Jahren danach schneiden Sie weiter die Seitentriebe, aber nicht die Spitze, bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Im Frühjahr darauf kürzen Sie die Leittriebe auf 15 cm unter der gewünschten Höhe; der Neuaustrieb gleicht den Unterschied aus und bildet eine dichte Oberseite.

Zu hoch oder zu breit

Ist eine Konifere zu hoch, können Sie nach dem Anbauleitfaden der RHS die Spitze entfernen. Nach oben wächst sie danach nur noch wenig; es kommen ein paar dünne Triebe, die sich leicht nachschneiden lassen.

Für Hecken aus Leylandzypresse, Lawsons Scheinzypresse und Monterey-Zypresse nennt der Leitfaden zur Leylandzypresse ein Maß. Gesunde Pflanzen reagieren nach ihm in der Regel gut, wenn ihre Höhe um bis zu einem Drittel verringert wird, am besten Anfang April, kurz bevor der Neuaustrieb beginnt. Wird oben zu viel weggenommen, kann eine kahle, flache Oberseite zurückbleiben, und schlimmstenfalls können ältere oder schwachwüchsige Pflanzen absterben. Muss es mehr als ein Drittel sein, hält der Leitfaden einen Weg in zwei Schritten für möglich, empfiehlt ihn aber nicht: zuerst ein Drittel, und wenn sich die Pflanzen erholt haben, die verbleibende Höhe um bis zu die Hälfte.

Diese Seite legt das Datum neben das Gesetz: Anfang April liegt schon in der Zeit zwischen dem 1. März und dem 30. September, in der der NABU Baden-Württemberg starke Rückschnitte als gesetzlich verboten beschreibt. Fragen Sie vor einem solchen Schnitt bei Ihrer Gemeinde nach; das ist unsere Empfehlung, nicht die des Leitfadens.

Sind Koniferen für ihren Platz zu groß geworden, ist ein Ersatz nach dem Anbauleitfaden der RHS oft die beste Lösung. Übernehmen Sie eine verwilderte Koniferenhecke, denken Sie nach der Heckenanleitung besser an einen Ersatz als an eine Verjüngung. Für streng und jährlich geschnittene Hecken nennt der Gartencast der Bayerischen Gartenakademie Hainbuche, Liguster und Eibe als Alternativen zu Thuja und Scheinzypresse.

Hohe Hecken selbst zu schneiden, kann nach der Heckenanleitung schwierig und gefährlich sein und erfordert Spezialgerät. In solchen Fällen rät diese Seite zu einem Fachbetrieb.

Braune Stellen: Schnitt, Standort oder Schädling

Braune Stellen an Koniferen können nach der RHS-Seite dazu mehrere Ursachen haben: Insekten oder Krankheiten sind für einen Teil verantwortlich, andere können auf die Wachstumsbedingungen oder auf Routinearbeiten wie den Heckenschnitt zurückgehen. Sie können an jeder Konifere auftreten; die meisten Probleme machen nach ihr Leylandzypresse, Lawsons Scheinzypresse und der Riesen-Lebensbaum. Die Gartenberatung der RHS hält es auf derselben Seite für wahrscheinlich, dass viele braune Stellen auf ungünstige Bedingungen wie Trockenheit, Frost, Staunässe oder kalte, austrocknende Winde zurückgehen; sie alle können nach ihr den Neuaustrieb aus dem geschnittenen Grün hemmen. Dieselben Bedingungen nennt der Anbauleitfaden als häufigen Grund für braunes Laub.

Kahle Stellen können sich je nach Ursache nach und nach wieder schließen, in schweren Fällen kann das aber mehrere Jahre dauern. Sind sie nicht zu groß, lassen sich nach der RHS-Seite unter Umständen gesunde Triebe aus der Nachbarschaft darüberbinden.

Für die Thuja zählt die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie auf, was hinter braunen Zweigen stecken kann:

  • Trockenschäden: Zweige verbräunen plötzlich und gehen ein, manchmal erst ein Jahr später. Ein Absterben der ganzen Pflanze gibt es nur sehr selten; meist bildet sie neue Seitentriebe. Vorbeugen lässt sich, indem Sie bei Trockenheit im Winter wie im Sommer ausreichend gießen.
  • Miniermotte: Angefressene Zweige verfärben sich braun und fallen ab. Bei schwachem Befall schneiden Sie die betroffenen Äste heraus und geben sie in die Biotonne.
  • Trieb- und Zweigsterben: Einzelne Zweige verbräunen und sterben ab, auf den toten Ästen bilden sich kleine schwarze Sporenlager. Verursacht wird das vom Pilz Kabatina thujae, und bekämpfen lässt er sich nach der Infoschrift nur, indem die befallenen Triebe rechtzeitig entfernt werden; handeln Sie schnell, damit er nicht auf weitere Pflanzen übergreift.
  • Thujaborkenkäfer: Er tritt häufig nach extremen Trockenjahren auf. Eine direkte Bekämpfung braucht es nach der Infoschrift nicht; die Zweige werden zurückgeschnitten und über die Biotonne entsorgt.

Bei starkem Befall rät diese Seite, sich an eine Gärtnerei oder einen Fachbetrieb zu wenden.

Beim schnellwachsenden Gemeinen Lebensbaum färben sich die Schuppenblätter nach der Infoschrift im Winter bräunlich, im Sommer sind sie grün; die ebenfalls schnellwüchsige Sorte ‘Brabant’ bleibt auch im Winter tiefgrün.

Auch der Gartencast der Gartenakademie schreibt, dass die Thuja unter den langen Trockenperioden des Klimawandels leidet und zunehmend gestresst reagiert. Trockenschäden mit völliger Verbräunung und auch verstärkter Pilzbefall lassen nach ihm Pflanzen absterben und Hecken lückig werden. Die Fachleute der Gartenakademie meinen dort, man werde die Thuja künftig auch entbehren können. Wie sich Wassermangel bei einer frisch versetzten Thuja zeigt, steht auf der Seite Thuja umpflanzen.

Grüne Triebe an bunten Sorten

Bei buntlaubigen Koniferen erscheinen nach dem Anbauleitfaden der RHS gelegentlich Triebe mit einfarbigen Blättern. Sie wachsen meist sehr kräftig und können mit der Zeit überhandnehmen; entfernen Sie sie deshalb rasch.

Handschuhe und lange Ärmel

Der Riesen-Lebensbaum ist nach dem Pflanzenporträt der RHS beim Verzehr schädlich und ein Hautallergen; beim Umgang mit ihm tragen Sie Handschuhe und andere Schutzausrüstung. Nach der Heckenanleitung der RHS haben manche Gärtner nach dem Umgang mit seinem Schnittgut über Hautreizungen berichtet; sie rät, beim Schneiden solcher Hecken zusätzlich zu Handschuhen und Schutzbrille lange Ärmel zu tragen. Auch die Leylandzypresse kann nach ihrem Leitfaden Hautreizungen verursachen. Mit einer motorbetriebenen Heckenschere tragen Sie nach der Heckenanleitung immer Schutzbrille und feste Handschuhe.

Bei jeder Koniferenhecke zu Handschuhen und langen Ärmeln zu greifen, rät diese Seite; die RHS nennt die Hautreizungen bei den beiden genannten Arten. Besteht der Verdacht, dass jemand Pflanzenteile gegessen hat, rufen Sie das Giftinformationszentrum an, das für Ihr Bundesland zuständig ist; bei Lebensgefahr wählen Sie 112.

Vögel, Igel und das Bundesnaturschutzgesetz

Für Bäume und Hecken gibt es nach dem NABU Baden-Württemberg Regeln, zu welcher Zeit geschnitten oder gefällt werden darf; sie sollen die Gartenbewohner schützen, vor allem, solange gebrütet wird. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind nach ihm zwischen dem 1. März und dem 30. September das Fällen und starke Rückschnitte untersagt; nicht betroffen sind vorsichtige Pflege- und Formschnitte am Jahreszuwachs, wofür er § 39 anführt. Viele Vögel und weitere Tiere nutzen Hecken und Bäume in diesen Monaten nach ihm, um Junge großzuziehen, und die Vorgaben gelten nicht nur in der freien Landschaft, sondern auch in Gärten in Dörfern und Städten.

Der NABU Brandenburg beschreibt das Verbot anders. Nach ihm untersagt das Gesetz in dieser Zeit, außerhalb von Wäldern Bäume zu fällen; darauf, Bäume und Gebüsch in Form zu schneiden, bezieht sich die Regel nach ihm nicht. Regelt allerdings eine Satzung von Landkreis oder Gemeinde etwas anderes, kann auch ein nicht sachgerechter Rückschnitt als Ordnungswidrigkeit gelten.

Beide Verbände verweisen auf örtliche Regeln. Der NABU Baden-Württemberg schreibt, dass es in den Ländern regional und kommunal abweichende Regelungen geben kann, die zu beachten sind, und rät, sich immer nach einer Baumschutzsatzung zu erkundigen. Der NABU Brandenburg rät, auf jeden Fall zu klären, ob in Ihrer Region eine Baumschutzsatzung besteht und ob Sie Hecken während der Vegetationszeit schneiden dürfen; bei konkreten Fragen nennt er die Gemeinde oder die Untere Naturschutzbehörde.

Diese Seite legt die Termine daneben: Das Fenster des Anbauleitfadens der RHS von April bis Ende August und der Juni und Juli der Thuja-Infoschrift liegen ganz in der Zeit zwischen dem 1. März und dem 30. September. Der regelmäßige Schnitt im Grünen, der den Jahreszuwachs nimmt, entspricht dem vorsichtigen Form- und Pflegeschnitt, den der NABU Baden-Württemberg ausnimmt; so liest es diese Seite. Ein Rückschnitt der Höhe um ein Drittel geht nach unserer Einschätzung darüber hinaus; im Zweifel klären Sie das vorher mit der Gemeinde.

Beim Termin setzt der NABU Baden-Württemberg andere Akzente als RHS und Gartenakademie. Unabhängig vom Gesetz bittet er private Gartenbesitzer, auch kleinere Eingriffe zumindest bis Juli aufzuschieben, da sich eine Hecke nur schwer völlig vogelfreundlich schneiden lässt. Viele Singvögel brüten nach ihm im Sommer ein zweites Mal, und ein entsprechender Heckenschnitt gefährdet diese Brut. Als besten Zeitpunkt für den Heckenschnitt nennt er die laubfreie Zeit. Auch aus gärtnerischer Sicht rät er zur Geduld: Oft wachsen die Pflanzen ein zweites Mal kräftig nach, und wer zu früh schneidet, muss meist noch einmal ran. Die Thuja-Infoschrift spricht ebenfalls von einer zweiten Wachstumsphase ab August und legt den Schnitt deswegen in den Juni und Juli. Damit stehen unter anderem diese Angaben nebeneinander: April bis Ende August im Anbauleitfaden der RHS, der zu anderen Zeiten eher braunes Laub erwartet, Juni und Juli für Thujahecken in der Infoschrift, und beim NABU Baden-Württemberg die laubfreie Zeit, die er für Hecken allgemein nennt.

Igel mit ihren Jungen, Erdkröten oder Blindschleichen können nach dem NABU Baden-Württemberg beim Schnitt mit Heckenschere oder Motorsense mitunter zu Schaden kommen; die meisten Igeljungen werden nach ihm von Juni bis August in Gärten geboren. Den Boden unter der Hecke sollten Sie nach ihm grundsätzlich nicht mit dem Freischneider freiräumen, und die Hecke lichten Sie nicht zu stark aus, sonst bietet sie Wildtieren keinen Schutz mehr.

Vor jedem Schnitt suchen Sie die Hecke gründlich nach besetzten Nestern ab. Der NABU Baden-Württemberg hält das für unerlässlich, und beim NABU Brandenburg heißt es, vor dem Schnitt müsse geprüft werden, ob sich in dem, was gestutzt werden soll, Nester befinden. Auch die Heckenanleitung der RHS hält fest, dass Sie den Schnitt womöglich verschieben müssen, um brütende Vögel nicht zu stören.

Wie weit andere Gartenpflanzen einen Rückschnitt vertragen, zeigt die Übersicht Schneiden.

Häufige Fragen

Wann schneidet man Koniferen?

Wenn ein Schnitt nötig ist, am besten zwischen April und Ende August: So steht es im Anbauleitfaden der Royal Horticultural Society (RHS) für Koniferen, und zu anderen Zeiten färbt sich das Laub nach ihm eher braun. Die RHS-Seite zu braunen Stellen hält zwei oder drei Schnitte im April, Juni und Anfang August in der Regel für relativ sicher und rät von heißem oder trockenem Wetter und vom Herbst ab. Für Thujahecken hält die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie Juni und Juli für die beste Zeit, für Hecken allgemein nennt der NABU Baden-Württemberg die laubfreie Zeit. Die Fenster der beiden RHS-Texte und der Infoschrift fallen, wie diese Seite nachrechnet, in die Zeit zwischen dem 1. März und dem 30. September; dann sind nach dem NABU Baden-Württemberg starke Rückschnitte gesetzlich verboten, vorsichtige Pflege- und Formschnitte am Jahreszuwachs aber nicht. Nach dem NABU Brandenburg verbietet das Gesetz in dieser Zeit dagegen, außerhalb von Wäldern Bäume zu fällen, und erfasst Formschnitte nicht; Satzungen von Landkreis oder Gemeinde können nach ihm anderes regeln.

Kann man Koniferen ins alte Holz zurückschneiden?

Meist nicht. Die meisten Koniferen treiben nach dem Anbauleitfaden der Royal Horticultural Society (RHS) nicht wieder aus, wenn Sie in braunes, totes Holz schneiden; zu den bekannten Ausnahmen zählt er die Eibe und, weniger verlässlich, die Thuja. Die RHS-Seite zu braunen Stellen und die Heckenanleitung der RHS nennen die Eibe als Ausnahme, die Thuja nicht. Nach der Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie dürfen Sie bei der Thuja nicht in altes Holz schneiden, weil sich dort, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich neue Triebe bilden. Der Anbauleitfaden rät, das Grün zu trimmen und dabei nicht ins alte braune Holz zu geraten.

Wann schneidet man eine Thujahecke?

Die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie hält Juni und Juli für die beste Zeit, weil die Schnittstellen dann in der zweiten Wachstumsphase ab August sehr gut zuwachsen; an sonnigen Tagen schneiden Sie nach ihr nicht, damit bisher verdeckte Triebteile keine Verbrennungen bekommen. Für den Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata) nennt die Heckenanleitung der Royal Horticultural Society (RHS) das Frühjahr und noch einmal den frühen Herbst, das Pflanzenporträt der RHS für Hecken Frühjahr und Spätsommer; dieselbe Heckenanleitung warnt, dass ein Schnitt an Koniferenhecken nach August kahle Stellen begünstigen kann. Der NABU Baden-Württemberg nennt für Hecken die laubfreie Zeit als besten Zeitpunkt und bittet, auch kleinere Eingriffe zumindest bis Juli aufzuschieben.

Wie stark darf man eine zu hohe Koniferenhecke kürzen?

Für Hecken aus Leylandzypresse, Lawsons Scheinzypresse und Monterey-Zypresse nennt der Leitfaden der Royal Horticultural Society (RHS) zur Leylandzypresse bis zu ein Drittel der Höhe, am besten Anfang April; gesunde Pflanzen reagieren darauf nach ihm in der Regel gut. Muss es mehr als ein Drittel sein, ist nach demselben Leitfaden ein Weg in zwei Schritten möglich, empfohlen wird er aber nicht. Ist eine Konifere zu hoch, können Sie nach dem Anbauleitfaden der RHS die Spitze entfernen; nach oben wächst sie danach nur noch wenig. Sind Koniferen für ihren Platz zu groß geworden, ist ein Ersatz nach dem Anbauleitfaden oft die beste Lösung, und bei einer übernommenen, verwilderten Koniferenhecke denken Sie nach der Heckenanleitung der RHS besser an einen Ersatz als an eine Verjüngung. Anfang April liegt, wie diese Seite nachrechnet, schon in der Zeit, in der der NABU Baden-Württemberg starke Rückschnitte als gesetzlich verboten beschreibt. Stimmen Sie einen solchen Schnitt deshalb vorab mit Ihrer Gemeinde ab; diese Empfehlung stammt von uns.

Warum wird meine Thuja braun?

Dafür kommen mehrere Ursachen in Frage. Auf der Seite der Royal Horticultural Society (RHS) zu braunen Stellen hält es die Gartenberatung der RHS für wahrscheinlich, dass viele braune Stellen an Koniferen auf ungünstige Bedingungen wie Trockenheit, Frost, Staunässe oder kalte, austrocknende Winde zurückgehen; nach derselben Seite gehen manche Fälle auf Insekten oder Krankheiten zurück, andere können durch Routinearbeiten wie den Heckenschnitt entstehen. Die Thuja-Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie nennt Trockenschäden, die sich manchmal erst ein Jahr später zeigen, außerdem die Miniermotte, das Triebsterben durch den Pilz Kabatina thujae und den Thujaborkenkäfer. Beim Gemeinen Lebensbaum (Thuja occidentalis) färben sich die Schuppenblätter nach derselben Schrift im Winter bräunlich, die Sorte 'Brabant' bleibt dagegen tiefgrün.

Darf man Koniferenhecken im Sommer schneiden?

Die beiden NABU-Verbände geben das Bundesnaturschutzgesetz unterschiedlich wieder. Nach dem NABU Baden-Württemberg sind zwischen dem 1. März und dem 30. September an Bäumen und Hecken das Fällen und starke Rückschnitte verboten, vorsichtige Pflege- und Formschnitte am Jahreszuwachs aber ausgenommen. Nach dem NABU Brandenburg verbietet das Gesetz in dieser Zeit, außerhalb von Wäldern Bäume zu fällen, und bezieht sich nicht darauf, Bäume und Gebüsch in Form zu schneiden; eine Satzung von Landkreis oder Gemeinde kann aber anderes regeln. Klären Sie deshalb vorher, ob in Ihrer Region eine Baumschutzsatzung besteht und ob Sie Hecken während der Vegetationszeit schneiden dürfen, wie es der NABU Brandenburg rät, und suchen Sie die Hecke vor jedem Schnitt nach besetzten Nestern ab. Der NABU Baden-Württemberg bittet außerdem, auch kleinere Eingriffe zumindest bis Juli aufzuschieben, da sich eine Hecke nur schwer völlig vogelfreundlich schneiden lässt.

Braucht man beim Schneiden von Koniferen Handschuhe?

Beim Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata) rät die Royal Horticultural Society (RHS) dazu: Nach ihrem Pflanzenporträt ist er beim Verzehr schädlich und ein Hautallergen, und beim Umgang mit ihm tragen Sie Handschuhe und andere Schutzausrüstung. Manche Gärtner haben nach der Heckenanleitung der RHS nach dem Umgang mit seinem Schnittgut über Hautreizungen berichtet; sie rät dort zu langen Ärmeln zusätzlich zu Handschuhen und Schutzbrille. Auch die Leylandzypresse kann nach dem Leitfaden der RHS zu ihr Hautreizungen verursachen. Zu Handschuhen und langen Ärmeln bei jeder Koniferenhecke rät diese Seite. Besteht der Verdacht, dass jemand Pflanzenteile gegessen hat, rufen Sie das Giftinformationszentrum an, das für Ihr Bundesland zuständig ist; bei Lebensgefahr wählen Sie 112.

Quellen