Thripse an Zimmerpflanzen: erkennen und loswerden

Thrips auf einem Blatt mit silbrig schimmernden Saugstellen und winzigen schwarzen Kotpunkten, Nahaufnahme
· Bild: Frankliniella occidentalis, Dr. Guido Bohne / iNaturalist (CC BY-SA 4.0) · iNaturalist

Aktualisiert: 12. August 2026

Thripse sind klein und schnell. Die Royal Horticultural Society gibt bis zu 2 mm an, die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nennt 1 bis 2 mm. Man bemerkt fast immer zuerst den Schaden und erst danach das Tier.

Der Schaden ist dafür ungewöhnlich kennzeichnend, denn Thripse hinterlassen zwei Zeichen gleichzeitig. Wer beide kennt, kommt bei der Bestimmung deutlich schneller ans Ziel.

So erkennen Sie Thripse

1. Silbrig schimmernde Flecken. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt für Zimmerpflanzen helle bis silbrig schimmernde Flecken. Die Bayerische Landesanstalt gibt die Abfolge an: erst gelblich gesprenkelt, dann silbrig schimmernd. Die Royal Horticultural Society beschreibt dasselbe als zunächst stumpfgrüne, dann silbrigweiße Verfärbung.

2. Winzige schwarze Punkte. Auf den hellen Stellen sitzen sehr kleine, dunkle Punkte. Die Landwirtschaftskammer NRW nennt sie winzige schwarze Kottröpfchen, die Bayerische Landesanstalt nennt schwarze Kotpunkte typisch für Thripse, und die Royal Horticultural Society beschreibt viele winzige schwarze Kotflecken.

Das Tier selbst. Die Royal Horticultural Society beschreibt einen schmalen Körper mit zwei Paar mit Haaren gefransten Flügeln, die in Ruhe über dem Rücken zusammengelegt sind; die erwachsenen Tiere sind gelblichbraun bis schwärzlichbraun, die Nymphen flügellos, cremegelb und heller. Die Landwirtschaftskammer NRW nennt die Färbung gelblich bis braunschwarz.

Wo sie sitzen. Die Bayerische Landesanstalt schreibt: vorwiegend an der Blattunterseite. Die Royal Horticultural Society beschreibt für Zimmerpflanzen, dass Thripse auf beiden Blattseiten vorkommen, sich aber überwiegend auf der Unterseite konzentrieren. Bei blühenden Pflanzen kommen nach Angabe der Landwirtschaftskammer NRW die Blüten dazu.

Der Papiertest. Halten Sie ein weißes Blatt Papier unter ein verdächtiges Blatt oder eine Blüte und schütteln Sie leicht. Was herunterfällt und sich bewegt, ist ein Tier und kein Staub.

Thrips oder Spinnmilbe

Beide sprenkeln das Blatt, deshalb werden sie verwechselt. Zwei Zeichen helfen bei der Unterscheidung:

ThripseSpinnmilben
Gespinstnicht beschriebenja, an der Blattunterseite
Schwarze Kotpunkteja, als typisch genanntnicht beschrieben
Schadbildsilbrig schimmernde Flächenfeine helle Sprenkelung, später bronzefarben
In den Blütenjanicht beschrieben

„Nicht beschrieben“ heißt hier: Die für diese Seite ausgewerteten Quellen, also die Royal Horticultural Society, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, beschreiben dieses Merkmal für den jeweiligen Schädling nicht. Das ist ein Hinweis, kein Beweis.

Die Gespinstüberzüge auf der rechten Seite beschreibt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen für Spinnmilben; mehr dazu steht auf der Seite Spinnmilben.

Woran Sie den Befall sonst merken

  • Neue Blätter entfalten sich verformt. Die Royal Horticultural Society beschreibt verformten Austrieb an den Triebspitzen.
  • Auf Blütenblättern erscheinen weiße Flecken, ebenfalls nach Angabe der Royal Horticultural Society.
  • Bei starkem Befall sterben Pflanzenteile ab und vertrocknen; das beschreibt die Landwirtschaftskammer NRW.

Warum es schnell viele werden

Zwei Angaben erklären das Tempo. Die Royal Horticultural Society schreibt, dass ein Weibchen ein bis zwei Eier pro Tag und insgesamt bis zu 100 Eier ablegt und dass ein Zyklus unter geeigneten Bedingungen 24 bis 35 Tage dauert. Die Landwirtschaftskammer NRW gibt die Entwicklung für Zimmerpflanzen mit etwa zwei bis vier Wochen an.

Die Eier liegen dabei geschützt: Die Royal Horticultural Society beschreibt, dass sie überwiegend in junge Blätter oder Blütenknospen abgelegt werden. Das erklärt, warum ein einzelner Durchgang mit Wasser nicht genügt.

Was Sie tun

1. Die Pflanze getrennt aufstellen. Erwachsene Thripse können fliegen, und die Royal Horticultural Society führt für Zimmerpflanzen das Trennen befallener Pflanzen auf.

2. Gründlich abbrausen, vor allem Blattunterseiten und Blüten. Lauwarmes Wasser, jede Blattunterseite einzeln. Decken Sie den Topf ab, damit die Erde nicht ausgewaschen wird.

3. Stark geschädigte Blätter und befallene Blüten entfernen. Die Blüten sind bei diesem Schädling besonders wichtig, weil sich die Tiere nach Angabe der Landwirtschaftskammer NRW auch dort aufhalten und die Eier nach Angabe der Royal Horticultural Society unter anderem in Blütenknospen liegen.

4. Blau- oder Gelbsticker in den Topf stecken. Die Landwirtschaftskammer NRW beschreibt, dass sich mit beleimten Blau- oder Gelbstickern in den Töpfen zusätzlich Thripse abfangen lassen; die Bayerische Landesanstalt nennt ausdrücklich Blausticker, die in die Töpfe gesteckt werden. Die Royal Horticultural Society schreibt, dass blaue Klebetafeln die Zahl der Tiere senken, und stellt sie nicht als vollständige Lösung dar.

Wie bei den Gelbtafeln gegen Trauermücken haben die Sticker einen zweiten Nutzen: Sie zeigen Ihnen über die Wochen, ob die Zahl sinkt.

5. Wiederholen. Die Landwirtschaftskammer NRW weist für Spritzbehandlungen darauf hin, dass die Bekämpfungsmaßnahmen bei Bedarf in etwa wöchentlichen Abständen wiederholt werden sollten. Für das Abbrausen gilt derselbe Grund: Die Eier liegen im Gewebe und werden von außen nicht erfasst. Rechnen Sie mit mehreren Durchgängen.

Was nicht hilft

  • Nur die Blattoberseite abwischen. Die Tiere sitzen überwiegend unten und in den Blüten.
  • Befallene Blüten an der Pflanze lassen. Dort liegen nach Angabe der Royal Horticultural Society auch Eier.
  • Nur Klebetafeln einsetzen. Sie fangen fliegende Tiere ab, die Entwicklung im Gewebe läuft weiter.
  • Ein einziger Durchgang ohne Nachkontrolle. Bei einer Eizahl von bis zu 100 pro Weibchen kommt Nachschub.

Wo sie herkommen

Thripse sind nicht auf Zimmerpflanzen beschränkt. Die Seite der Royal Horticultural Society behandelt sie zuerst als Schädling an Gartenpflanzen und nennt draußen zwei bis drei Generationen im Jahr.

Ein häufiger Weg ins Zimmer ist deshalb der Herbst, wenn Kübel- und Zimmerpflanzen vom Balkon, von der Terrasse oder aus dem Garten wieder hereinkommen. Sehen Sie die Pflanzen vorher durch, und zwar Blattunterseiten und Blüten.

Vorbeugen

  • Neue Pflanzen zwei bis vier Wochen getrennt aufstellen. Die Royal Horticultural Society empfiehlt für Zimmerpflanzen ausdrücklich, neue Pflanzen zu prüfen und nach Möglichkeit in Quarantäne zu stellen.
  • Pflanzen vor dem Hereinholen im Herbst kontrollieren.
  • Bei blühenden Pflanzen gelegentlich in die Blüten sehen.
  • Einmal im Monat ein paar Blattunterseiten ansehen.

Nützlinge

Die Landwirtschaftskammer NRW nennt Florfliegenlarven und Raubmilben. Die Royal Horticultural Society führt für Thripse mehrere Nützlinge auf, darunter Orius laevigatus, Amblyseius-Arten und Hypoaspis-Arten.

Eine Temperaturschwelle für den Einsatz nennt keine der beiden Quellen. Wenn Sie diesen Weg gehen wollen, ist die Beratung im Fachhandel der bessere Ausgangspunkt als eine allgemeine Angabe.

Warum hier kein Mittel genannt wird

Die Landwirtschaftskammer NRW behandelt auf ihrer Seite auch Spritzbehandlungen. Diese Website übernimmt davon die Bestimmung, die Biologie, die Hinweise zu Klebetafeln und Nützlingen sowie den Hinweis, dass wiederholt werden muss. Pflanzenschutzmittel werden hier weder mit Namen noch mit Dosierung genannt.

Nach Angabe des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit dürfen im Haus- und Kleingartenbereich nur Mittel angewendet werden, die ausdrücklich für nichtberufliche Anwender zugelassen sind; alle Pflanzenschutzmittel unterliegen dem Selbstbedienungsverbot, und Verkäuferinnen und Verkäufer sind gesetzlich zur Beratung verpflichtet.

Bei starkem oder wiederkehrendem Befall wenden Sie sich an eine Gärtnerei oder einen Fachbetrieb.

Feine Gespinste statt schwarzer Kotpunkte? Dann kommen eher Spinnmilben infrage. Eine Übersicht nach Symptom finden Sie auf der Seite Schädlinge an Zimmerpflanzen.

Häufige Fragen

Meine Blätter haben silbrige Flecken, aber ich sehe kein Tier

Das ist der Normalfall. Die Royal Horticultural Society gibt für Thripse eine Größe von bis zu 2 mm an, die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau nennt 1 bis 2 mm. Bestimmt wird deshalb über den Schaden. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt für Zimmerpflanzen helle bis silbrig schimmernde Flecken und darauf winzige schwarze Kottröpfchen, und die Bayerische Landesanstalt nennt diese schwarzen Kotpunkte typisch für Thripse.

Wie unterscheide ich Thripse von Spinnmilben?

An zwei Zeichen. Erstens das Gespinst: Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt, dass Spinnmilben an der Blattunterseite Gespinstüberzüge bilden; für Thripse wird ein Gespinst in diesen Quellen nicht beschrieben. Zweitens die schwarzen Punkte: Für Thripse nennen die Landwirtschaftskammer und die Royal Horticultural Society winzige schwarze Kotpunkte auf den Saugstellen, für Spinnmilben werden sie nicht beschrieben. Beides sind Hinweise, keine Beweise.

Meine Blüten öffnen sich verformt und fleckig

Das passt zu Thripsen. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen schreibt, dass sie sich bei blühenden Pflanzen auch in den Blüten aufhalten, und die Royal Horticultural Society beschreibt verformten Austrieb an Triebspitzen sowie weiße Flecken auf Blütenblättern. Schütteln Sie eine Blüte über einem weißen Blatt Papier aus. Was herunterfällt und sich bewegt, ist ein Tier und kein Staub.

Helfen blaue oder gelbe Klebetafeln?

Sie helfen, reichen aber nicht allein. Die Royal Horticultural Society schreibt, dass blaue Klebetafeln die Zahl der Tiere senken, und stellt sie nicht als vollständige Lösung dar. Der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschreibt, dass sich mit beleimten Blau- oder Gelbstickern in den Töpfen zusätzlich Thripse abfangen lassen. Nutzen Sie sie neben dem Abbrausen und der regelmäßigen Kontrolle.

Quellen