Glücksklee (Oxalis tetraphylla): Pflege nach Silvester

Aktualisiert: 10. August 2026

Zu Silvester steht er in jedem Supermarkt und jeder Gärtnerei: der Glücksklee, meist zusammen mit einem Marzipanschwein oder einem Schornsteinfeger aus Schokolade. Er ist eines der bekanntesten Neujahrsgeschenke im deutschsprachigen Raum und landet trotzdem bei den meisten Menschen schon im Januar im Müll.

Das ist schade, denn die Pflanze ist mehrjährig. Mit wenig Aufwand begleitet sie Sie über Jahre und treibt jedes Jahr neu aus.

Warum ausgerechnet vier Blätter

Der vierblättrige Wiesenklee gilt als Glücksbringer, weil er selten ist: Unter etwa zehntausend Kleeblättern findet sich ein vierteiliges. Genau das macht ihn als Handelsware ungeeignet, denn er lässt sich nicht zuverlässig anbauen.

Der Glücksklee löst dieses Problem. Oxalis tetraphylla stammt aus Mexiko, gehört zu den Sauerkleegewächsen und hat von Natur aus vier Blattteile. Der Artname sagt es bereits: tetraphylla bedeutet vierblättrig. Botanisch ist er also gar kein Klee, aber er sieht so aus und liefert das Glückssymbol zuverlässig und in Töpfen.

Standort

Hell, aber ohne direkte Mittagssonne. Ein Ost- oder Westfenster passt gut.

Wichtig ist die Temperatur: Der Glücksklee mag es kühl. Bei 15 bis 20 °C hält er sich am längsten. In der Heizperiode steht er über einem Heizkörper deutlich schlechter; die Blätter werden weich und die Pflanze zieht früher ein.

Ein kühler, heller Raum ist ideal, ein warmes Wohnzimmer der schlechteste Platz.

Gießen

Halten Sie die Erde gleichmäßig leicht feucht, aber nie nass. Gießen Sie erst, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist.

Staunässe ist der häufigste Fehler. Unter der Erde sitzen kleine Knollen, und diese faulen, wenn sie dauerhaft im Wasser stehen. Gießen Sie am Topfrand entlang und schütten Sie überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer weg.

Verwenden Sie möglichst kalkarmes Wasser. In Regionen mit hartem Wasser (über 14 °dH) eignen sich Regenwasser oder gefiltertes Wasser; die Härte Ihres Wassers finden Sie bei Ihren Stadtwerken.

Die Blätter klappen abends zu

Das ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Bewegung. Am Abend falten sich die Blätter zusammen wie kleine Schirme, am Morgen öffnen sie sich wieder. Diese Bewegung heißt Nyktinastie und ist bei Sauerkleegewächsen typisch.

Viele Menschen halten das für ein Zeichen von Trockenheit und gießen nach. Genau das schadet der Pflanze. Bleiben die Blätter dagegen auch tagsüber schlaff, prüfen Sie zuerst die Erde: nass deutet auf Fäulnis hin, trocken auf Wassermangel.

Die Sommerruhe: der entscheidende Punkt

Hier entscheidet sich, ob Ihre Pflanze ein Jahr oder viele Jahre lebt.

Im Frühjahr oder Frühsommer werden die Blätter gelb und die Pflanze sieht aus, als ginge sie ein. Das ist kein Absterben, sondern die Ruhephase. Der oberirdische Teil zieht ein, die Knollen überdauern in der Erde.

So gehen Sie vor:

  1. Wenn die Blätter vergilben, stellen Sie das Gießen nach und nach ein.
  2. Lassen Sie die Blätter vollständig vertrocknen, dann entfernen Sie sie.
  3. Lagern Sie den Topf mit den Knollen kühl und trocken, etwa im Keller oder in einem ungeheizten Raum.
  4. Nach sechs bis acht Wochen bringen Sie den Topf wieder ans Licht, ersetzen die obere Erdschicht und gießen sparsam an.
  5. Die Pflanze treibt neu aus und ist bis zum Winter wieder ansehnlich.

Wer diesen Rhythmus einmal verstanden hat, hat den Glücksklee im Grunde für immer.

Umtopfen und Vermehren

Umtopfen ist nur alle zwei bis drei Jahre nötig, am besten am Ende der Ruhephase. Verwenden Sie durchlässige Erde; in torffreien Erden trocknet die Oberfläche schneller ab, prüfen Sie die Feuchtigkeit daher etwas häufiger.

Vermehren ist einfach: Beim Umtopfen finden Sie unter der Erde mehrere kleine Knollen. Teilen Sie diese und setzen Sie sie in eigene Töpfe. So können Sie aus einer gekauften Pflanze im nächsten Jahr mehrere Glücksbringer verschenken.

Giftigkeit

Laut ASPCA ist Oxalis für Katzen und Hunde giftig. Die Pflanze enthält Oxalsäure; größere Mengen können Erbrechen, vermehrtes Speicheln und Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Das ist besonders zu Silvester relevant, weil die Pflanze oft niedrig steht, auf dem Tisch neben dem Marzipanschwein, und damit gut erreichbar ist. Stellen Sie sie außerhalb der Reichweite Ihrer Tiere auf.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung wenden Sie sich umgehend an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Bei Menschen berät im Zweifelsfall das für Ihr Bundesland zuständige Giftinformationszentrum, bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.

Als Geschenk

Der Glücksklee ist ein klassisches Mitbringsel zu Silvester und zum Jahreswechsel, oft zusammen mit Schwein, Schornsteinfeger oder Hufeisen.

Ein ehrlicher Hinweis: Wenn Sie ihn verschenken, sagen Sie dazu, dass die Pflanze mehrjährig ist. Die meisten Menschen wissen das nicht und werfen sie im Januar weg. Ein Satz zur Sommerruhe macht aus einem Wegwerfartikel ein Geschenk, das jedes Jahr wiederkommt.

Bei Haushalten mit Katze oder Hund erwähnen Sie bitte auch die Giftigkeit.

Glücksklee (Oxalis tetraphylla) im Topf, vierteilige Blätter mit dunkler Zeichnung
· Bild: Oxalis tetraphylla, Wildfeuer / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) · Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Ist Glücksklee überhaupt Klee?

Nein. Der Glücksklee (Oxalis tetraphylla) gehört zu den Sauerkleegewächsen und ist mit dem Wiesenklee (Trifolium) nicht näher verwandt. Die Ähnlichkeit liegt nur in der Blattform. Der entscheidende Unterschied für den Brauch: Oxalis tetraphylla hat von Natur aus vier Blattteile, während der vierblättrige Wiesenklee eine seltene Abweichung ist. Das macht die Pflanze als Glücksbringer erst verkäuflich.

Muss der Glücksklee nach Silvester weg?

Nein, und das ist der häufigste Irrtum. Die Pflanze wird als Saisonartikel verkauft und landet meist im Januar im Müll, obwohl sie mehrjährig ist. Unter der Erde sitzen kleine Knollen, die jedes Jahr neu austreiben. Mit einer Ruhephase im Sommer können Sie dieselbe Pflanze über Jahre behalten.

Warum klappen die Blätter abends zu?

Das ist normal und gesund. Die Blätter falten sich am Abend zusammen und öffnen sich morgens wieder; diese Bewegung heißt Nyktinastie. Sie hat nichts mit Trockenheit oder Krankheit zu tun. Wenn die Blätter dagegen auch tagsüber schlaff bleiben, prüfen Sie die Erde.

Ist Glücksklee giftig für Katzen und Hunde?

Ja. Laut ASPCA ist Oxalis für Katzen und Hunde giftig; die Pflanze enthält Oxalsäure. Größere Mengen können Erbrechen und Speicheln auslösen. Stellen Sie die Pflanze außerhalb der Reichweite Ihrer Tiere auf. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wenden Sie sich umgehend an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt.

Die Blätter werden im Frühjahr gelb und die Pflanze sieht aus, als würde sie eingehen

Das ist meist keine Krankheit, sondern der Beginn der Sommerruhe. Der Glücksklee zieht oberirdisch ein und überdauert als Knolle. Stellen Sie das Gießen ein, lassen Sie die Blätter vertrocknen und lagern Sie den Topf kühl und trocken. Im Spätsommer treibt die Pflanze wieder aus.

Quellen