Geranien überwintern: im Topf, als Steckling oder ohne Erde
Von Foliasana · Aktualisiert: 24. September 2026
Im Herbst steht bei Balkongeranien eine Entscheidung an: auf den Kompost oder ins nächste Jahr? Die RHS lässt beides offen. Sie können Pelargonien wie einjährige Pflanzen behandeln, vielleicht möchten Sie sie aber für ein weiteres Jahr behalten, besonders eine Sorte oder Farbe, an der Sie hängen. Frost überstehen sie nicht; deshalb kommen sie nach der RHS ins Haus, bevor die Temperaturen fallen, oder Sie schneiden Stecklinge für den Winter.
Wie das geht, beschreiben drei Gartenbau-Einrichtungen nach demselben Muster, nämlich in drei Wegen: die Pflanze im Topf weiterziehen, Stecklinge bewurzeln oder die Pflanze ohne Erde kühl lagern. Das sind die RHS sowie die Extensions der University of Wisconsin-Madison und der University of Minnesota. Den dritten Weg beschreibt auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einem eigenen Gartentipp. Die Wege unterscheiden sich in Platz, Arbeit und Erfolgsaussicht, und bei den Temperaturen nennen die Quellen verschiedene Zahlen. Diese Seite stellt sie nebeneinander, jede mit Namen.
Vor dem ersten Frost
Den Zeitpunkt binden die Quellen an den Frost, aber nicht an denselben: vor den ersten Herbstfrösten (RHS für die Topfkultur unter Glas und für die Überwinterung ohne Erde), vor dem ersten Frost (Minnesota-Extension für alle drei Wege) oder vor einem harten Frost (Wisconsin-Extension). Früher setzt der Kübelpflanzen-Gartentipp der Landwirtschaftskammer an. Er hält zwar allgemein fest, dass Kübelpflanzen so spät wie möglich hereingeholt werden sollten, zählt Geranien aber zu den Arten, die schon bei Temperaturen unter 10 °C geschützt werden müssen.
Vor dem Einräumen lohnt ein genauer Blick. Die Wisconsin-Extension rät, die Pflanzen immer auf mitreisende Schädlinge zu prüfen, und empfiehlt, gleich welcher Weg, nur gesunde Pflanzen zu überwintern. Der Kübelpflanzen-Gartentipp schreibt für Kübelpflanzen allgemein, eine befallene Pflanze zunächst getrennt von den übrigen zu behandeln, damit sich der Schädling im Winterquartier nicht ausbreitet.
Weg 1: Die Pflanze im Topf weiterziehen
Am Zimmerfenster. Die Wisconsin-Extension beschreibt diesen Weg so, dass die Geranie für den Winter zur Zimmerpflanze wird. Pflanzen aus dem Beet werden vorsichtig ausgegraben und in einen passend großen Topf gesetzt, nach der Minnesota-Extension mit dem größten Teil des Wurzelballens und in einen großen Topf; Pflanzen, die schon in einem Gefäß stehen, kommen nach Wisconsin einfach ins Haus. Beide schreiben, danach gründlich zu gießen. Wisconsin stellt die Pflanzen an einen sonnigen Platz, Minnesota an ein sonniges Fenster oder unter eine Pflanzenlampe.
Beim Rückschnitt gehen die beiden auseinander. Die Wisconsin-Extension schneidet schon beim Einräumen um ein Drittel bis die Hälfte zurück. Die Minnesota-Extension schneidet erst im März, dann aber um die Hälfte bis zwei Drittel, und schreibt, dass die Pflanzen bis zum Spätwinter wahrscheinlich hoch und staksig werden.
Temperatur und Heizung. Hier nennen beide dieselbe Spanne: 60 bis 65 °F, umgerechnet 15,6 bis 18,3 °C; die Minnesota-Extension bezieht sie auf den Tag und schreibt, dass Geranien nachts etwas kühlere Temperaturen bevorzugen. Die Wisconsin-Extension begründet mit dieser Spanne eine Regel: Die Töpfe gehören weg von Heizungsauslässen und Kamin, weil Geranien bei kühleren Temperaturen viel besser gedeihen. In einer deutschen Wohnung heißt das vor allem: nicht über oder neben den Heizkörper. In der Heizperiode liegt ein geheiztes Wohnzimmer oft über dieser Spanne, ein kühleres Zimmer mit hellem Fenster passt besser. Beide Übertragungen sind eine eigene Einordnung dieser Seite.
Eine niedrigere Zahl steht bei der RHS, und zwar im Abschnitt über das Düngen: Werden Pelargonien bei 7-10 °C gehalten, blühen viele weiter, gedüngt wird im Herbst und Winter aber nur noch einmal im Monat.
Licht. Fehlt der Platz an einem hellen Fenster, nennt die Wisconsin-Extension künstliches Licht, allein oder zusammen mit Tageslicht. Werden die Pflanzen lang und dünn, was bei wenig Licht häufig passiert, rät sie, die Triebe knapp über einem Blattknoten zurückzuschneiden oder zu entspitzen, damit sie neu austreiben. Im Deutschen heißt dieses Bild Vergeilung. Dass ein sonniges Fenster in deutschen Wohnungen im Winter meist das Südfenster ist, ist eine eigene Einordnung. Für Pelargonien im Haus schreibt die RHS allerdings auch, sie vor sengender Mittagssonne zu schattieren; was sie sonst zum Standort sagt, steht auf der Seite Geranie.
Gießen. Die beiden Extensions geben zwei verschiedene Maße. Wisconsin richtet sich nach der Erde: gießen, wenn sie sich trocken anfühlt. Minnesota richtet sich nach dem Kalender: etwa alle zwei Wochen.
Mit Wintergarten oder Gewächshaus. Für diesen Fall beschreibt die RHS eine eigene Topfkultur unter Glas, gedacht für wenige Pflanzen. Die Pflanzen kommen vor den ersten Herbstfrösten unter Dach, an einen hellen, luftigen, frostfreien Platz. Je nach Platz halten Sie sie im Wachstum oder schneiden sie zurück, damit sie stärker ruhen; reicht der Platz für die volle Größe nicht, schneiden Sie auf 10 cm zurück. Pflanzen im Wachstum prüfen Sie mindestens einmal pro Woche und gießen, wenn sie Zeichen von Trockenheit zeigen. Zurückgeschnittene Pflanzen brauchen bis zum neuen Austrieb im Frühjahr kaum Wasser. An milden Tagen öffnen Sie Fenster oder Lüftungsklappen, damit weniger fault; schlechte Luftzirkulation und feuchte Bedingungen fördern nach der RHS Krankheiten wie Grauschimmel und Rost.
Als optimal für Kübelpflanzen allgemein beschreibt der Kübelpflanzen-Gartentipp der Landwirtschaftskammer einen hellen, luftigen Platz mit 5 bis 10 °C, räumt aber ein, dass ein Haus ohne Wintergarten oder Gewächshaus diese Verbindung kaum bietet.
Weg 2: Stecklinge
Nach der RHS funktionieren Stecklinge gut, wenn Sie viele Pflanzen überwintern wollen, besonders bei weichtriebigen Pelargonien wie den Zonalpelargonien. Die Wisconsin-Extension hält denselben Weg aus einem anderen Grund für besonders geeignet: wenn der Platz knapp ist und große Töpfe nicht überwintert werden können.
Wann. Die RHS schneidet die Stecklinge im Spätsommer, als Weichholzstecklinge; die alten, verholzten Pflanzen können Sie dann am Ende der Saison entsorgen. Die Minnesota-Extension gibt für alle drei Wege dieselbe Grenze: vor dem ersten Frost.
Wie. Wisconsin und Minnesota nehmen Triebspitzen von 3 bis 4 Zoll, umgerechnet 7,6 bis 10,2 cm; Wisconsin schneidet mit einem scharfen Messer und hält das Substrat feucht, damit der Steckling nicht austrocknet. Beim Licht sagen beide dasselbe: hell, aber nicht in die direkte Sonne, die nach Wisconsin den Steckling verbrennen kann.
Wie lange. Gut bewurzelt sind die Stecklinge nach Wisconsin nach etwa 6 Wochen, nach Minnesota nach sechs bis acht Wochen.
Durch den Winter. Die RHS überwintert die bewurzelten Stecklinge in Schalen auf einer hellen Fensterbank im Haus. Gegossen wird im Winter nur sparsam, und das Substrat darf zwischen zwei Wassergaben abtrocknen. Im Spätwinter beginnt das Düngen, alle sieben bis zehn Tage mit einem ausgewogenen Flüssigdünger nach Packungsangabe, und die Triebspitzen werden ausgekniffen, damit die Pflanzen buschig wachsen. In der Mitte des Frühjahrs kommen die Stecklinge einzeln in 9-cm-Töpfe. Die Minnesota-Extension setzt jeden bewurzelten Steckling in einen eigenen Topf und stellt ihn bis zum Frühjahr an ein sonniges Fenster oder unter eine Pflanzenlampe.
Weg 3: Ohne Erde im Keller
Zuerst das Urteil, denn es steht bei der RHS am Anfang dieses Wegs: Er ist am wenigsten zuverlässig und nur für Sorten mit kräftigen, verholzten Trieben geeignet, aber einen Versuch wert, wenn Sie viele Pflanzen überwintern wollen. Die Wisconsin-Extension schreibt, die Lagerung ohne Erde könne eine Herausforderung sein, und schlägt vor, mit mehreren Pflanzen zu experimentieren und zur Sicherheit Stecklinge zu schneiden.
Vorbereitung. Schritt für Schritt beschreibt sie der Gartentipp der Landwirtschaftskammer zu überwinterten Geranien, und er nennt diesen Weg sehr platz- und arbeitsextensiv. Die Geranien werden aus Kasten oder Topf genommen. Schwache Triebe fallen ganz weg, die Haupttriebe werden kräftig gekürzt. Am Wurzelballen bleibt keine Erde zurück, auch die Wurzeln selbst werden gestutzt. Dann hängt jede Pflanze für sich an einer Schnur im Keller. Sauberkeit ist dabei die Bedingung: Weder Substratreste noch viel Laub sollen mit in den Winter gehen, denn an Erdresten und absterbenden Pflanzenteilen siedeln sich leicht Pilze an, die auf die gesunden Teile übergehen könnten.
Wie viel Erde herunter muss, sagen die Quellen in drei Abstufungen. Die Landwirtschaftskammer und die Minnesota-Extension entfernen sie vollständig. Die RHS schreibt, überschüssige Erde abzuschütteln, und die Wisconsin-Extension, die Erde behutsam abzuschütteln.
Lagerung. Die RHS legt die Pflanzen zuerst in Kisten oder auf ein Brett an einem frostfreien Platz, bis Laub und Triebe angetrocknet sind. Dann schlägt sie sie in Zeitungspapier ein oder hängt sie kopfüber unter das Dach von Schuppen oder Garage, das ebenfalls frostfrei sein muss. Die beiden Extensions hängen die Pflanzen kopfüber an einen kühlen, trockenen Ort oder legen sie in einen großen Papiersack; Wisconsin lässt den Sack offen, damit die Luft zirkuliert. Als Ort nennt Wisconsin einen unbeheizten Raum, eine geschlossene Veranda, einen kühlen Keller oder die Garage, und schreibt dazu, dass das funktionieren kann.
Bei der Temperatur nennen die beiden Extensions verschiedene Spannen, und diese Seite mittelt sie nicht:
| Quelle | Lagerung ohne Erde |
|---|---|
| Wisconsin-Extension | 45 bis 55 °F, umgerechnet 7,2 bis 12,8 °C, trocken |
| Minnesota-Extension | 45 bis 50 °F, umgerechnet 7,2 bis 10 °C, trocken |
| RHS | frostfrei |
| Landwirtschaftskammer NRW | Keller; bei zu hohen Temperaturen bilden sich dünne Triebe |
Bei der Luftfeuchte zieht der Gartentipp der Landwirtschaftskammer zu überwinterten Geranien zwei Grenzen. Die Luft soll nicht so feucht sein, dass die Pflanzen faulen, aber auch nicht so trocken, bei ständigem Luftzug oder im Trockenkeller, dass die wasserspeichernden Pflanzen verstärkt verdunsten.
Während des Winters. Pflege brauchen die hängenden Pflanzen nach der Landwirtschaftskammer gar keine. Sehen Sie aber hin und wieder nach, ob sich Pilze oder Fäulnis zeigen, und nehmen Sie betroffene Pflanzen dann heraus. Dass Blätter eintrocknen und abfallen, soll Sie nicht überraschen: Die Wisconsin-Extension schreibt, das werde wahrscheinlich passieren, und die Minnesota-Extension, dass Laub und Triebspitzen mit der Zeit absterben. Manche Gärtner, berichtet Wisconsin, weichen die Wurzeln im Laufe des Winters mehrmals für einige Stunden in Wasser ein, damit sie nicht völlig austrocknen.
Welcher Weg passt?
Keinen der drei Wege nennt die RHS den zuverlässigsten. Die Überwinterung ohne Erde ist nach ihr der am wenigsten zuverlässige der drei, und Stecklinge sind zuverlässiger als diese, verlangen aber etwas Planung. Zwischen Stecklingen und der Topfkultur unter Glas vergleicht sie die Zuverlässigkeit nicht; dort ist die Menge ihr Maßstab: Stecklinge für viele Pflanzen, der Topf für wenige. Die Wisconsin-Extension denkt vom Platz her und hält Stecklinge für besonders geeignet, wo er knapp ist.
Für die Praxis lässt sich das so lesen, und diese Zuordnung ist eine eigene Einordnung dieser Seite: Viele Pflanzen und wenig Platz sprechen für Stecklinge. Ein, zwei Lieblingspflanzen und ein heller, kühler Raum sprechen für den Topf. Viele robuste, verholzte Pflanzen und ein kühler, frostfreier Keller erlauben einen Versuch ohne Erde; die Wisconsin-Extension schlägt dafür vor, zur Sicherheit auch Stecklinge zu schneiden.
Und wenn gar kein Raum da ist: Der Kübelpflanzen-Gartentipp der Landwirtschaftskammer schreibt für Kübelpflanzen allgemein, dass vielleicht eine Gärtnerei in Ihrer Nähe die Überwinterung als Dienstleistung anbietet.
Im Frühjahr: zurückschneiden, eintopfen, abhärten
Ohne Erde überwinterte Pflanzen. Die Landwirtschaftskammer topft sie Mitte März in gute, neue Beet- und Balkonerde ein. Dabei werden abgestorbene Wurzeln entfernt, und dünne Triebe, die sich wegen zu hoher Temperaturen gebildet haben, müssen weg. Die Haupttriebe werden auf 15 bis 20 cm zurückgeschnitten. Geranien treiben nach dieser Quelle sehr willig aus, auch aus älteren Trieben, während die Pflanze bei alten, zu langen Trieben in der Mitte kahl bleibt.
Die RHS sieht die Pflanzen im zeitigen Frühjahr durch und behält die, die Anzeichen von Wachstum zeigen. Deren Wurzeln weicht sie vor dem Eintopfen einige Stunden in Wasser ein und schneidet alle Triebe auf etwa 10 cm zurück. Danach wird sparsam gegossen, an einem warmen, hellen Platz wie einem Gewächshaus. Die Wisconsin-Extension schneidet im März auf etwa ein Drittel der ursprünglichen Höhe oder bis ins feste, grüne, lebende Gewebe und entfernt alles Abgestorbene. Die Minnesota-Extension schneidet ebenfalls im März bis ins feste, grüne, lebende Gewebe. Bei beiden wird danach eingetopft, gründlich gegossen und hell gestellt, bei Minnesota an ein sonniges Fenster oder unter eine Pflanzenlampe. Wisconsin schreibt dazu, dass solche Pflanzen eine Weile brauchen können, bis sie wieder wachsen.
Die drei Rückschnittmaße (15 bis 20 cm, etwa 10 cm, etwa ein Drittel der Höhe) stammen aus drei Quellen und werden hier nicht zu einem Wert zusammengezogen.
Pflanzen im Topf. Die Minnesota-Extension schneidet sie im März um die Hälfte bis zwei Drittel zurück; sie treiben nach ihrer Angabe innerhalb weniger Tage wieder aus und sollen bis Mai ansehnliche Pflanzen werden. Die RHS topft Pflanzen aus der Topfkultur unter Glas in der Mitte des Frühjahrs um, in torffreie Universalerde oder in eine britische Standard-Topferde.
Hinaus ins Freie. Die RHS, die Wisconsin-Extension und die Minnesota-Extension nennen dieselbe Bedingung: erst wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Die RHS hält es für wichtig, die Pflanzen vorher über ein paar Wochen abzuhärten. Die Landwirtschaftskammer warnt im Gartentipp zu Geranien davor, sie zu früh ins Freie zu stellen, weil sie erst einwurzeln müssen, und nennt dafür 18 °C als optimale Temperatur. Für Kübelpflanzen allgemein nennt ihr Kübelpflanzen-Gartentipp die Zeit ab Mitte Mai, am besten bei bedecktem Himmel, weil die Pflanzen sonst einen Sonnenbrand bekommen können.
Giftigkeit und Vorsicht
Die ASPCA führt Pelargonium als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Bringen Sie Geranien so unter, dass Tiere sie nicht erreichen. Besteht der Verdacht, dass ein Tier von der Pflanze gefressen hat, wenden Sie sich umgehend an Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt. Was der Eintrag im Einzelnen nennt, steht auf der Seite Geranie.
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